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Herausforderungen Beim älteren Rheumapatienten

Werner-Johannes Mayet

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Was ist neu? Der alte Rheumapatient Eine adäquate Versorgung von alten Rheumapatienten sollte multimodal, interdisziplinär und patientenorientiert erfolgen. Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) ist die kardiovaskuläre Mortalität im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung 5fach erhöht. Geriatrische Patienten können als Folge des Abbaus fettfreier Körpermasse eine „rheumatoide Kachexie“ erleiden. Ein Body-Mass-Index von unter 20 kg/m2 hat sich dabei als kritisch erwiesen. Besonderheiten rheumatischer Erkrankungen im Alter Die „late onset rheumatoid arthritis“ (LORA) in höherem Lebensalter (> 60) manifestiert sich häufiger mit einem oligoartikulären Muster mit Bevorzugung größerer Gelenke. Die Therapie der LORA hat sich entscheidend gewandelt: Die Langzeittherapie mit Glukokortikoiden wurde durch eine altersadaptierte Basistherapie verdrängt. In über 90 % der Fälle sind Patienten mit Polymyalgia rheumatica (PMR) älter als 60 Jahre. Sonografisch nachweisbare Bursitiden werden mittlerweile als wichtigste Ursache angenommen. Prednisolon ist zwar weiter der Goldstandard der Therapie der PMR, aber initiale Dosen < 7,5 oder > 30 mg/Tag gelten nun als obsolet. Durch den Einsatz der hochauflösenden Farbdopplersonografie kann bei der Riesenzellarteriitis mittlerweile fast die Aussagekraft einer Biopsie der A. temporalis erreicht werden. Rheumatherapie im Alter Als wichtige Ursache einer gesteigerten Toxizität pharmakologischer Wirkstoffe im Alter gilt mittlerweile ein Abfall der Eiweißbindungskapazität. Bei älteren Rheumapatienten wird dieser durch einen Albuminmangel bedingt. Die früher häufig praktizierte „Low-dose“-Glukokortikoidtherapie der RA Älterer wird nicht mehr empfohlen. Die Kombination mehrerer Basistherapeutika ist bei älteren Rheumapatienten risikoreich, sodass der Übergang auf Biologika oft der sicherere Weg ist.